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Sonderprogramme

LAND: Filme aus dem Land der Sami – Indigenes Kino aus Europa

 

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Seit der Gründung des International Sami Film Centre 2007 im norwegischen Kautokeino (Guovdageaidnu) hat sich im höchsten Norden Europas eine äußerst produktive Filmszene etabliert. Über die Landesgrenzen hinweg beschäftigen sich samische Filmemacher aus Norwegen, Schweden und Finnland – bislang ausschließlich in Kurz- und Dokumentarfilmen – mit ihren kulturellen Wurzeln ebenso sehr wie mit der sozialen und politischen Stellung der Sami People als einer ethnischen Minderheit in der modernen Welt. Dabei reicht das Spektrum der bereits seit der Jahrtausendwende entstandenen Arbeiten, die in drei Programmen des IKKF zu sehen sein werden, von anthropologischen Dokumentationen zu Rentierzucht und Kunsthandwerk über Bestandsaufnahmen veränderter Lebensstile bis zum Video für den Eurovision Song Contest und inszenierten Kurzspielfilm. – Zahlreiche Gäste werden zu den Vorführungen erwartet.

 

Kurator: Jörg Schöning (Szene Hamburg, CineGraph, Nordische Filmtage)

FUNDSTÜCKE: Neue Filmkunst Walter Kirchner

 

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„Wer in den 50er- Jahren aufgewachsen ist, damals anfing, ins Kino zu gehen, sich für anspruchsvolle Filme interessierte, hat – ob bewusst oder unbewusst – Filme der »Neuen Filmkunst Walter Kirchner« gesehen.“ (epd film) Walter Kirchner brachte damals nicht nur Filme von Bunuel, Clair, Antonioni oder Renoir ins Kino, sondern ließ auch Filmgeschichte auferstehen und machte Werke von Lubitsch, Ophüls oder Hitchcock aus den 20ern und 30ern wieder sichtbar.

Kirchners Interesse galt nicht allein dem Langfilm. Er sammelte bis zur Pleite seiner Filmkunst GmbH 1974 auch Kurzfilme. Von den einschlägigen Festivals wie etwa Cannes oder Mannheim holte er sich kurze Filmkunst aller Art, zumeist Avantgarde, Dokumentation, Fiktion oder Animation.

Nach Kirchners Tod im Jahr 2010 überlies seine Tochter Sandra Kirchner die rund hundert 35mm-Kurzfilme der KurzFilmAgentur Hamburg zur treuen Verwahrung. Wir haben diesen Schatz aus Göttingen, auf dem sich teils vier Jahrzehnte Staub schichteten, gesichtet und zeigen Höhepunkte aus der Sammlung Filmkunst Kirchner.

 

Kurator: Giuseppe Gagliano (KFA-KurzFilmArchiv)

FRÜH- UND AUFTRAGSWERKE: Werbeblöcke

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Avantgarde zwischen Werbefilm und Augenmusik

In den 1920er-Jahren kommt es zu grandiosen Kooperationen zwischen Avantgardefilmern und Filmindustrie. Hierfür entscheiden sich die Experimentalfilmer einerseits aus finanziellem Pragmatismus, andererseits aus dem Anspruch heraus, über neue Formsprachen den kommerziellen Film und dessen Ästhetik zu unterlaufen. Der Filmkritiker Bernhard Diebold bezeichnet 1921 die neuartige Verbindung von Malerei und Musik im sogenannten absoluten Film etwa von Walther Ruttmann oder Hans Richter als „Augenmusik“.

Irgendwo zwischen Werbung für Schokolade und Gesichtscreme, Frauen auf dem Mond und träumenden Hunnenköniginnen arbeiten Avantgarde und Industrie Hand in Hand und fließt die Vision, im abstrakten Film eine „Augenmusik“ zu erschaffen, in die Ästhetik des zeitgenössischen Kino ein.

 

Kuratorin: Anja Ellenberger (Kunst- und Filmwissenschaftlerin)

 

 

Some more logos

Werbung, Marketing, PR: Das ist Filmen mit gefühlt unbegrenzten Budgets, Geld, Style, Käuflichkeit – nicht erst seit „Mad Men“ Die Werbewirtschaft ist Startrampe für die Karriere und finanzielles Schlaraffenland. So sind in der verkaufsbefördernden Werbefilmproduktion in den letzten Jahren Meisterwerbewerke, skurrile Clips und auch schlicht Brot-und-Butter-Arbeiten prominenter Filmemacher entstanden.

Das diesjährige Programm mit Früh- und Auftragswerken hat hier genau hingeschaut und präsentiert einige herausragende Beispiele des Werbefilms. Und um auch hinter die polierten Oberflächen blicken zu können, werden wir die Spots im Rahmen eines moderierten Screenings mit Gästen aus der Werbebranche und werbeerfahrenen Filmschaffenden vorführen. Kollegen dürfen sich hier gegenseitig loben, kritisieren, zusammen lachen oder ihre Hände darin baden …

Das Publikum kann sich auf einen sorgfältig zusammengestellten Abend mit faszinierenden Werbefilmen jenseits des Standardspots freuen.

 

Kurator: Sven Schwarz (Organisatorischer Leiter des Festivals)

GALERIE: (dark) traces – Neue Tendenzen der Mythenbildung in europäischer Videokunst

 

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Anachronistische Dualismen wie zum Beispiel Gut und Böse, die Spuren von Abgründigkeit und die Mythologisierung von Personen, Orten und Geschehnissen sind Impulse, die sich in der Videokunst in verschiedensten Formen wiederfinden. In der Auswahl der Arbeiten rücken diese ambivalenten, bisweilen subtilen Spuren in den Fokus und präsentieren auf abstrakte Art die Faszination für das Zynisch-Diabolische, sowie die Verklärung historischer und fiktiver Personen und Gegebenheiten.

 

Kuratorin: Monika Lahrkamp (Köln)

MOTIV: Das Ornament der Masse – Filmische Reliefs

Der Programmtitel ist zwar von Siegfried Kracauers gleichnamiger Essay-Sammlung geborgt, widmet sich aber nicht wie dessen Studien der „Exotik des Alltags“, sondern, der buchstäblichen Bedeutung der Überschrift entsprechend, ganz der Ästhetik der Oberflächen. Das Programm erzählt von den biomechanischen Choreografien der Spartakiaden, ins Unendliche zielenden Machtdemonstrationen, von Abwehr- und Angriffinstinkten kommandierten Tierschwärmen, industriellen Revueformationen und rätselhaften Molekularstrukturen. Unser Kurator Lars Frehse fahndet in zwei Programmblöcken nach den faszinierenden und ephemeren Kräuselungen auf den obersten Schichten des Kinobildes.

 

Kurator: Lars Frehse (Hamburg)

LABOR: Klänge der Randgebiete – Von Schmugglern, Hirnforschern und Aussteigern

 

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Nachdem sich scheinbar alle auf den Weg in die Mitte der Gesellschaften und in die urbanen Zonen dieser Welt machen, lauschen wir einmal, wie es in den Randgebieten der Zivilisationen, der Wahrnehmungen und der Kulturen knirscht, pfeift und zwitschert. Grenzgänger, Schmuggler, Hirnforscher, Aussteiger und andere Spezialisten für die Ränder und das Randständige fungieren als Bewegungsmelder und Scouts.

Nach ihren Programmen bei den letzten vier Festivals („Klang der Städte“ von 2009, „Klang – Bild – Aktion“ von 2010, „Mensch–Maschine“ von 2011 und „Onomatopoetisches – Poetry and all that Jazz“ von 2012) hört das Labor-Duo Hanna Nordholt und Fritz Steingrobe erneut ganz genau hin, was an Klängen auf Zelluloid, Magnetband oder Silberscheibe konserviert wurde.

 

Kuratoren: Hanna Nordholt und Fritz Steingrobe (Hamburg)

Internationales KurzFilmFestival Hamburg

Veranstalter: KurzFilmAgentur Hamburg e.V.

Friedensallee 7 • D-22765 Hamburg • Fon: +49-40-39 10 63 23

Fax: +49-40-39 10 63 20 • eMail festival@shortfilm.com

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Seite zuletzt geändert > 20.05.2013